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Kleiner Träumer

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Wie oft schau ich aus dem Fenster auf das stillgelegte Gleis
Sicher dauert es nicht lang, bis es mich wieder zu ihm reißt
Ganz versunken geh ich auf ihm hundert Meter und dann kehrt
Mancher hat mich wohl deswegen schon für wahnsinnig erklärt

Vielleicht fließt in meinen Venen Blut von Huckleberry Finn
Kann ja sein, dass ich für ihn noch immer nicht verloren bin
Leise flüstert Peter Pan mir zu: Nun wird es höchste Zeit
Und ich hör sie beide weinen, wenn ich sag: Es tut mir Leid

In mir kämpft ein kleiner Träumer immer wieder um sein Recht
Möchte frei sein, möchte fliegen, doch in mir geht das so schlecht
Wieder halt ich ihn im Zaum mit meiner starken Hand der Pflicht
Und er weiß, dass ich ihn höre, doch ich hör ihn einfach nicht

Die Cafés mit Hauch von Spanien, auch wenn ich dort niemals war
Etwas Rotwein mit Gitarre, Sommernächte sternenklar
Diese alten Bretterbühnen, die man hört bei jedem Schritt
Doch wenn man auf ihnen spielt, fühlen sie jede Note mit

Tausend große Emotionen, sie umzaubern mich so sehr
Und ich hör, wie sie mich fragen: Warum machst du’s dir so schwer
Deine Lieder sind aus Sehnsucht, die nur schreit „Ich will noch mehr“
Und du rennst mit deinem Leben nur dir selber hinterher

In mir kämpft ein kleiner Träumer immer wieder um sein Recht
Möchte frei sein, möchte fliegen, doch in mir geht das so schlecht
Wieder halt ich ihn im Zaum mit meiner starken Hand der Pflicht
Und er weiß, dass ich ihn höre, doch ich hör ihn einfach nicht

Doch dann dieses Licht im Fenster, Wärme und Geborgenheit
Junge komm doch heut mal rüber, hey du hast doch sicher Zeit
Diese Menschen, die mich lieben, warum wissen wohl nur sie
Vielleicht gab es so nen kleinen Träumer vorher für sie nie

Peter Pan und Huckleberry Finn verstehen und sehen ein
Nein, sie sterben nicht, denn ich darf sogar hier ein Träumer sein
Diese Sehnsucht ist unsterblich, ganz egal, wo ich auch bin
Ich glaub, jeder hat so einen kleinen Träumer in sich drin

In mir kämpft ein kleiner Träumer immer wieder um sein Recht
Möchte frei sein, möchte fliegen, doch in mir geht das so schlecht
Wieder halt ich ihn im Zaum mit meiner starken Hand der Pflicht
Und er weiß, dass ich ihn höre, doch ich hör ihn einfach nicht

©  2004 Kai-Olaf Stehrenberg

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