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Vagabunden

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Sie saß neben mir im Wagen
Hat ihre Pläne mir erzählt
Sie lässt sich so lang noch vom Leben
In die nächsten Städte tragen
Bis sie weiß, dass nichts mehr fehlt

Und in mir wurde es ganz leise
Denn sie ist hier noch nicht daheim
Vielleicht bin ich noch selbst auf Reisen
Und hab von dieser Station mir nur erhofft
Am Ziel zu sein.

Wir haben unsre Heimat vielleicht längst in uns gefunden
Doch wir können es nicht lassen, aus dem Fenster rauszuspähen
Denn tief in unserm Innern sind wir alle Vagabunden
Auf der Suche nach dem Leben sehen wir Freunde kommen und gehen

Und die, die sich schon ewig haben
Wie haben sie das nur geschafft
Denn wir sind jetzt, was sie mal waren
Lassen uns nur viel mehr Zeit
Und rauben uns die letzte Kraft

Wir haben Angst davor zu bleiben
Und fühlen uns jünger als wir sind
Wir träumen uns unsre Geschichte
An der wir schon ewig schreiben
Ohne dass sie je beginnt

Und sehen nicht:
Wir haben unsre Heimat vielleicht längst in uns gefunden
Doch wir können es nicht lassen, aus dem Fenster rauszuspähen
Denn tief in unserm Innern sind wir alle Vagabunden
Auf der Suche nach dem Leben sehen wir Freunde kommen und gehen

Doch heute seid ihr da, rückt zusammen, ich mach ein Foto
Morgen ist’s vielleicht zu spät
Dann hab ich Freunde in Berlin oder im Taiwan
Und auch ich pack meine Koffer
Wenn jeder wieder eigne Wege geht

Sie saß neben mir im Wagen
Und merkte nicht, so wie mir schien
Wie sie mich traf in meinem Glauben
Wir würden alle ewig weiter um die Häuser ziehn

Sie sagte nur, was mir längst klar war
Dass dies der Lauf der Dinge sei
Denn alles löst sich einmal auf
Und was wir liebten und uns nah war
Geht auch jedes Mal vorbei

© 2011 Kai-Olaf Stehrenberg

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